Von Walherzen und dem Schreiben

Das mit dem Schreiben verhält sich so: Dafür, dass es meine einzige Freizeitgestaltung darstellt, mache ich es viel zu selten. Nicht nur, weil mir oft die Kraft dazu fehlt, sondern auch die Muße und die Muse. Dieses herzlose Wesen hat mich nämlich verlassen. Mein einziger Inhaltsgenerator. Muse, falls du das lesen solltest, meld‘ dich doch bei Zeiten mal wieder. Digital ist auch ok. Die anderen Menschen wollen das nämlich nicht analog. Zu Recht. Es könnte zu wild werden, glitzern. Ohne dich bin ich langweilig. Nicht ein bisschen, sondern zu langweilig. So, dass ich es selbst kaum ertrage. Das Mädchen dachte damals schon, sie lese zwischen den Zeilen, aber das hier ist doch alles nur Prosa. Wirrwarr. Sag ihr, sie braucht keine Angst mehr zu haben. Das seien Feelings aus der Asche meint Herr Schulz. Und das sind sie. Verbrannte Wörter auf Papier, zerbröselt und schwarz und tot. Kannst’e versuchen zu rauchen. Rilke sagt: Darin besteht die Liebe: dass zwei Einsame sich berühren und beschützen und dass sie miteinander reden. Quo vadis? Zumindest nicht zum Küchentisch, an dem wir beide saßen und du mir davon erzähltest, dass deine innerliche Frischhaltefolie reißt und du das Gefühl hast, du müsstest sterben.
My heart is a ghosttown heißt es in einem aktuellen Chanson. Fun fact: Walherzen sind so groß, dass ein Baby durchschwimmen könnte. Fühlt sich hier genauso an, aber vielleicht ist es einfach nur ausgeleiert.


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