Happy Birthday

Foto Julia Feller

Ok, ein Jahr schon an Tipperei und dem Versuch des Schreibens. Wie bei jedem Einjährigen ist hier trotzdem alles noch etwas wacklig. Zähne wachsen und tun weh und auch mit der Reichweite klappt es nicht so gut. Dennoch, Ludwig W. hatte recht: Die Grenze meiner Sprache ist die Grenze meiner Welt. Auf ein weiteres Jahr der Wortketten-Bildung. Happy Birthday.

Auf drangsalierende Nachfrage meinerseits hier ein paar zuckrige Worte zur Ästhetischen Erziehung:

Liebliche Wortkaskaden. Authentisch, ehrlich, außergewöhnlich und
leidenschaftlich. Ach ja, und: Eine Konfettikanone aus Gefühlen – große, Worte, kreativ, anders gedacht. (Und so durchsichtig wie Milchglas.) Und na klar, affengeil!
[Sarah Riedeberger]

Voll gut. Viel Persönlichkeit.
[Fashionkills]

Das Leid der Literatur ist die Ignoranz der Gesellschaft, wobei sie zugleich auch als Dynamo dient. Ein Verfehlen dessen ist als literarisches Scheitern zu betrachten. Literatur hat zu bewegen und Schmerz sind die konsequenten 50%. Und somit ist die Natur der Veränderung nicht bis kaum wahrnehmbar, was in dem hier angesprochenen Fall mehr als wünschenswert ist. Hier ist ein ein Jahr altes Messer in der Wunde, zu dem ich mehr als herzlich gratulieren will, ein sich drehendes Messer in der Wunde eines jeden Bürgers in der Altersklasse Mitte Zwanzig und aufwärts. Eine Hand die einen in der kalten Nacht wachrüttelt. Eine Stimme mit beachtlicher Klarheit, eindringlich genug gesprochen, ohne brüllen zu müssen. Julia Feller geht da weiter, wo bei anderen der Zweifel einsetzt, wo die Angst abbremst, wo falscher Skrupel löscht. Verfolgen oder Wegschauen. Geliebt, gehasst, dadurch dass die Stimme sich vor dem gerechtfertigtem Verletzen nicht scheut. Dadurch, dass sie sich die Frechheit herausnimmt Dinge anzusprechen, wo gerne geschwiegen wird, schlimmer sogar, wo geheuchelt und ignoriert wird.
Auf das nächste Jahr und alles was folgen wird.
Geliebt. K.P. im Herbst ´15.
[Knut Pohl]

 

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