Vierzehn Uhr Fünfundzwanzig

Illustration Portrait

Lass‘ uns nicht beichten, lass‘ uns einfach machen. Verschwinden an diesem beschissenen Küchentisch und das alle Jahre wieder. Du bist wie das rosafarbene Bonbon, das so widerlich nach Farbrik-Erdbeeren schmeckt. Das Resultat: Karies und Cellulite. Wenn man Glück hat ein paar Endorphine, aber vor allen Dingen: Scham. Nach der du auch noch fragst und mich verenden lässt. Der Briefkasten still, das Telefon leer. Ich habe Bauchschmerzen und kaue an Bleistiften. Jemand, den ich nicht kannte, sagte einmal: Wer rennt, der stolpert. Und nein, ich übe beides nicht aus. Weder hinter öffentlichen Verkehrsmitteln her, noch Menschen nach. Langsam wird es langweilig und ich suche neue Bonbon-Papierchen auf schwarzen Matratzen der anderen Städte. Ist es die Trauer die dich mich nach Hause schicken lässt.
Das Schreiben macht es nicht besser, weil es in gegenteiliger Meinung das Gefühl nicht herauslässt. Ja kaum beschwichtigt. Keine Katharsis, ich lerne nicht. Ich will nur Zigaretten einnehmen, so wie Medizin. Es ist Dienstag nachmittag und es schneit nicht. Höchstens aus deinen grünen Augen.
Deine Entspannungs-Musik macht mich aggressiv. Und ich gehe ein bei dem Gedanken, die nächsten Tage mit dir zu verbringen. Während du in meinem Kopf sitzt und mit einem Hammer gegen mein Trommelfell schlägst. Mein Arzt nennt diesen Umstand „Tinitus”. Thomas Bernhard lehrt mich das Würgen. Auf diesem Teppich will ich sterben. In Glitzer-Strumpfhosen und Silvester-Bekleidung, verdurstet. Die Sachen kannst du dann gewinnbringend als Leichentuch verkaufen oder herumzeigen und Wunder generieren.
Ich schminke mich mit einem Skalpell, während du nicht anrufst und ich an viereckige Gesichter denke. Geometrische Figuren, die die Größe deiner Hände vergleichen. Ich bitte dich, mir was nettes zu erzählen. Und du sagst, dass heute noch niemand gestorben sei.
Du hast keine Begabung, wenn du nur aufschreibst, was dir passiert. Du hast allerdings auch keine Begabung, wenn du ein Wort aus einer Unterhaltung mehrfach mit dem Pinsel auf das Papier scheisst. Kennst du das, wenn der Staubbrocken auf deiner Lunge versucht nach draußen zu kriechen und du dich in ihn verwandelst um vierzehn Uhr siebenunddreißig?
Antwort: Vielleicht sollten wir versuchen, wieder mehr von dem zu lieben, den wir bereits verliebt haben.

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2 Discussion to this post

  1. Jemand, den ich nicht kannte <3

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