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Kolumne

Neulich schlug mir mein differenzierter Instagram-Algorithmus eine Stellenausschreibung für einen Blog eines namhaften, deutschen Verlages vor. Eine „Beauty-Redakteurin“ wurde gesucht und ich, als „Schminke-Verkäuferin“ mit abgebrochenem Germanistikstudium fühlte mich angesprochen. Jener Blog, um dem es im folgenden geht, war mir gänzlich unbekannt und so klickte ich auf den vorhandenen Link. Ich erwartete die Auseinandersetzung mit Inhaltsstoffen wie Retinol oder zumindest chemische Grundkenntnisse, Markenhistorien und gegebenenfalls Artikel über Herstellungsorte und Tierversuche. Was ich fand war, unter anderem folgendes: „OMG – EINHORN Klopapier! Wir verraten euch, wo ihr es jetzt kaufen könnt!“

Interview

Die Aufmerksamen unter euch haben es schon mitbekommen, ich schreibe ab und an. Kolumnenartige Kommentare und hauptsächlich Prosa-Miniaturen. Ihr habt Lust auf ein bisschen Biografismus und wollt erfahren, was hinter dieser ganzen Tipperei steckt? Für Dominik Leitner von Neon Wilderness durfte ich zehn Fragen für seine »Worthelden-« Reihe beantworten. Hier lang.

Nachtrag: Ich halte nichts von Befindlichkeits-Trauer, die einen Tag andauert und danach vergessen ist. Seit drei Tagen habe ich Magenschmerzen, auch wenn das von aussen nicht zu sehen ist. Ich habe eine Buch-Behausung um mein Bett gebaut, um unter einer Wort-Kuppel zu liegen und dadurch Trost zu finden. Ich sage Freunden, dass es keinen Sinn mehr hat zu schreiben, wenn niemand mehr da ist, der darüber urteilen könnte. Ein eckiges Urteil. Ein Urteil, das man sich selbst als Nonplusultra gesetzt hat, unabhängig von verbleibenden Kritikern. Auf der anderen Seite befeuert

Lieber Roger Willemsen, ich weiß, du kanntest mich nie und ich nehme mir dennoch heraus, dich zu duzen. Meine Schwester schrieb mir eben, dass du gestorben seist und ein kurzer Blick in die digitalen Medien zeigte, dass du es wirklich bist. Was ich dir nicht mehr sagen kann: Meine Liebe begann mit „Gute Tage. Begegnungen mit Menschen und Orten.”, da war ich 14 Jahre alt. Mit kleinen Zwischenstopps bei anderen Herrschaften fand ich doch immer wieder zu dir zurück und untermauerte mein Pseudo-Literatentum mit dir

Überall kann man nachlesen, wie Menschen mit Kindern und Vollzeitjob ihren Tag bewältigen. Ich schaffe es gerade mal zwischen Freizeit und Alltag aus dem Bett zu rollen. Aber nur, wenn es ein guter Tag ist. Zwischen dem Brotjob, der Uni und diesem raren Geschreibe hier wabern die Stunden an mir vorbei, während ich den Tag auf dem Sofa aussitze. Mir mangelt es an Disziplin, Ehrgeiz und Struktur und doch inszeniere ich innerlich den Traumjob, der mich zur Gänze erfüllt. Auch wenn ich immer noch nicht weiss, was dieser inhaltlich behandelt.

Neujahrs-Lethargie

Foto Teetasse

Wenn das neue Jahr an einem Freitag beginnt, bleibt die Motivation im Kalender des letzten Jahres sitzen. 2015 verlässt mich müde und schickt mich unausgeschlafen in Richtung Neujahr. Es ist 5 vor 12 und Adele schreit „hello from the other side”. Kaum hat man die familiären Anlässe verdaut, liegt man am ersten Januar schon wieder auf dem elterlichen Sofa und kriegt Champagner kredenzt, dabei wollte ich doch nur einen Kaffee. Und alle schreien in ihrem Endorphin-Wahn, dass die nächsten 365 Tage nur für sie erschaffen worden sind. Gold & Glitzer

Logo

Hier passiert grad nicht viel. Aber hier: Story of your Alltag   und nerviges geTwitter gibt’s jetzt auch von mir. Umsonst. Wenn ihr wollt.

  Ich habe bei Youtube eine Playlist mit dem Titel „Trauerfeier“ erstellt. Das klingt komisch, vielleicht sogar morbid. Aber wenn − nicht falls − der Umstand des Todes eintrifft, überlasse ich nur ungern die Organisation anderen. Man stelle sich vor, die eigenen Eltern, in all ihrer Trauer und Hilflosigkeit bespielen die Gäste mit dem Beerdigungs-Klassiker Nr. 1: „Time to say goodbye“. Um dem vorzubeugen und um das Musik-Arrangement nicht dem Geschmack der Hinterbliebenen zu überlassen, fixierte ich also digital diese Liste. Hierbei geht es vordergründig nicht um den vermeintlich herzustellenden Tränenfluss, sondern

Über Musik

Ed Sheeran Illustration

Als ich dem Jungen, von Hause aus musikalisch, von meiner neuen rothaarigen Musikliebe vorschwärmte, wusste ich, dass ich damit eigentlich nicht hausieren gehen sollte. Er erklärte mir aber: Musik sei immer „cool“, solange man sie selber gerne hört. Ist dem so? Zwischen gourmethaftem Kaffeegenuss und Metallkapsel-Kaffee-Verzehr liegen schließlich auch Welten. Dennoch: Ich bin mir der Ginger- Metallkapsel bewusst und ich  höre Joy Division mit derselben großen Liebe wie Ed Sheeran. Dont fuck with my love.

Daily Routine

Foto Mittelfinger

Da einem oben stehende Überschriften mehr Klickzahlen bescheren, folgt heute ein Bericht über den beschissensten Samstag seit langem. Durch Urlaub im übrigen gesegnet mit dem vielleicht auch letzten freien Samstag des Jahres. Also: Nachdem der sonst Türen-knallende Nachbar mich durch den Ausruf „Arschloch” weckte — denn die Wände sind dünn — ,schlug er tatsächlich mit eben genannter Zimmeröffnung. Vermutlich, um seinen Wortanfall zu unterstützen. Nicht nur war ich wach, nein,  er produzierte in seiner Erregung eine Traum-Zäsur,  unter der ich bis jetzt leide, da nicht weiterträumbar: Ich als Freundin von

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