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Kurzgeschichten

Die Samstagnachtgeschichten. Immer sonntags. Immer gefertigt von Sarah Riedeberger und mir. Der Rucksack Solange deine Geburt nicht von einer Zeitungsannonce attestiert wurde, wurdest du auch nicht geboren. So wandelst du also ohne Alter, aber mit dem üblichen „Mitte-Ende-20-“ Stempel, anonym und geisterhaft durch die Großstädte und suchst Anschluss. Andere Geister, die dich verstehen und mit dir auf dem Sofa hocken wollen, während ihr eurem schlechten Musikgeschmack freien Lauf lasst. Wenn du irgendwo jemanden findest, der zu deiner Innenarchitektur passt, legst du all deine düsteren Gedanken genau da unter den flauschigen

Es ist Sonntag, Zeit für die Geschichte von letzter Nacht von Sarah Riedeberger und mir. Bis in die Knochen Deine Nummer steht in meinem Telefonbuch. Ich kenne deinen Namen, von vorne bis hinten, tausend Mal habe ich ihn gesagt. Ich kenne dich, deine Lenden, dein Gesicht. Mein Mobiltelefon liegt, eingekauert neben Werbeprospekten, auf dem Küchentisch. Ich könnte es nehmen, deine Nummer wählen, dir eine Nachricht schreiben, oder dir bloß von mir erzählen. Geschichten, Legenden und Viten flüstern dir zu, wie ich mit meinen Fingern durch deine Wind-befallenen Haare fahre. Sie fünffach

  Sarah Riedeberger und ich haben geschrieben. Erneut, samstäglich und zum fünften Mal: Le garcon Ein „Hallo“ verhallt aus dem anderen Zimmer. Wand an Wand. Das Ohr fest an die Vergangenheit gedrückt, versuche ich die letzten Laute wahrzunehmen. Das Rascheln der Chipstüten, Sonntagabend beim Tatort. Jeder hatte seine eigene, damit kein Streit um den letzten Krümel aufkommt. Das, was ich noch hören kann, sind keine Lebe-wohl-Melodien, sondern mich sagen: “Lass es dir gut gehen.” An dem Ort, an dem du jetzt stehst, gibt es mich nicht. Ich habe dich alleine

Sarah Riedeberger und ich schreiben allsamstäglich zusammen. Wort um Wort. Kopf um Kopf. Das ist Text Nr.4. Go your own way In deinem Lipgloss glänzen die Straßenlichter. Du fährst in die Zukunft. Auf dem Weg, auf dem dich ein Umleitungsschild grüßt. Du hast die Hände fest am Lenker. Freihändig fahren ist was für Menschen, die dem Wind vertrauen. Die bunten Luftballons, die du am Gepäckträger befestigt hast, wackeln hin und her, sie lenken dich ab, du missachtest alle Hinweise von außen, denn du vertraust dir. „Forever young“, denkst du dir.

Von Sarah Riedeberger und mir. Einheit Einheit gleich Gesamtheit, ein Ganzes. Wir, wie ein Haus. Ein Dach und ein paar Stützbalken, ein euphorisch lächelndes Willkommens-Schild an der Tür. Zum Herzen des anderen. Verschwommen. Einige wilde Geschichten – ruhige Gedanken. Die aus den Ritzen im Beton wachsen. Dort zwischen Geschoss und Stockwerk. Du kennst den Unterschied und der besteht aus Holz. Knarzt, dehnt sich im Sommer aus. Auch das Astloch, das von den Würmern in Form von DNS-Strängen tanzend zerfressen worden ist. Wir dehnen uns mit dem Sommer und dem Holz

Spiegelkabinett

Typo Spiegelkabinett Prosa

-Im Bademantel- Manchmal passiert es, dass nicht nur die Decke auf meinem Kopf zebricht, sondern der gesamte Himmel. Das Ungetüm, das ich schon seit Tagen nicht mehr gesehen habe. Und das behäbig vor dem Fenster hängt. Ich sollte nicht motzen, ich sollte einfach mal an die frische Luft geh’n. An den Schaufenstern vorbeiziehen, stehen bleiben und mir ins Gesicht sehen. Visage Visage: Kreisrund, an manchen Tagen experimentell – Dreieck-. Die Spiegelung glotzt zurück. Am liebsten würde ich sie anspucken. Der Bodenbelag besteht aus Beton. Platten, aneinander gesetzt ergeben sie eine

Railwaytracks

Buchstaben

Würde ich lieber durch die helle Nacht wandern, als auf einem Bein durch die dunkle Sonne? Ja, nein, ich weiß es nicht. Aber das Einzelticket liegt schon auf dem Schreibtisch. The beginning is yet to come. 1-2-3 und es ist wieder soweit: Im Herbst. Im Herbst dann ruft die andere Stadt. Verspricht Wunder und aschefarbene Lidstriche, die man für die Nacht aufträgt. Hier ist es nur das blanke Auge, das auf die Netzhaut fällt. Hier könntest du es auch so haben, sagst du. Und ja, der Konjunktiv war schon immer

Sarah Riedeberger und ich haben es wieder getan. Die nächtlichen Geschichten Nr. 2, schwarz und aus dünnen Buchstaben zusammengeschrieben. Kein Filter, keine Retusche. Schlafen ist auch keine Option. Dosenbier ist aber eine. Oder Schnaps, intravenös. Mich volllaufen lassen, um am nächsten Morgen auszubluten, wie ein angefahrenes Tier, liegend am Straßenrand. Alle Emotionen, wie Innereien raus. Aber da ist niemand, der das dann auffängt oder sogar entsorgt. Da ist niemand, der mein über-die-Strenge-Schlagen nach Hause trägt. Das muss auch keiner, denn dazu bin ich selbst fähig. Immer noch irgendwie, mit der

Eine Ligatur mit Wörtern und Sätzen von Sarah Riedeberger und Julia Feller, entstanden in der grauen samstäglichen September-Nacht. Wir haben keine Freunde, sondern nur Worte. Am Anfang war das Wort und es entstand auf dem Sofa. Du bist mein Wort und ich liebe dich häßlichst seit fünf Jahren. Ich schenke dir zu Weihnachten eine gute Freundin. Wenigstens eine. Damit da mal wer ist, der nach dir guckt und dich sucht, wenn du dich unter Schnee und Wein und Kissen in Wollsocken versteckst. Und Morgen, wenn der Tag gefüllt werden muss,

Das mit dem Schreiben verhält sich so: Dafür, dass es meine einzige Freizeitgestaltung darstellt, mache ich es viel zu selten. Nicht nur, weil mir oft die Kraft dazu fehlt, sondern auch die Muße und die Muse. Dieses herzlose Wesen hat mich nämlich verlassen. Mein einziger Inhaltsgenerator. Muse, falls du das lesen solltest, meld‘ dich doch bei Zeiten mal wieder. Digital ist auch ok. Die anderen Menschen wollen das nämlich nicht analog. Zu Recht. Es könnte zu wild werden, glitzern. Ohne dich bin ich langweilig. Nicht ein bisschen, sondern zu langweilig.

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