Game over

Als ich aufwachte, war er längst gegangen. Ich kannte das von ihm, das übliche Verschwinden. Die Angst vor dem Sterben der Nacht und somit vor der Realität ließ ihn jedes Mal vor mir flüchten. Trotzdem trafen wir uns ein halbes Jahr regelmäßig immer wieder, um uns an der Gegenwart des Anderen zu ergötzen. Tranken zu viel Wein und tanzten über den nächtlich-dunklen Trottoir, weil uns die Türsteher keinen Einlass gewährten. Danach torkelten wir betrunken, halb von Alkohol und halb von der gegenseitigen Anziehung, zu ihm oder zu mir, um am

Hygiene

Duschen am späten Sonntagnachmittag passiert nur, wenn man sich Mittags am Telefon gestritten hat und deshalb nicht zur Körperhygiene kam. In der Hoffnung, das Shampoo möge nicht nur die stumpfe Oberfläche des Kopfes reinigen, sondern auch die darunter liegenden Synapsen.

Beginne mit A

Du hast jetzt eine Freundin, hat man mir gesagt. Eine Richtige. Das macht dich herrlich unattraktiv. Aber jetzt zweifle ich daran, ob Du und ich wirklich statt gefunden haben. Gestern war ich für dich wie eine Schwester und ich musste meine inzestuösen Gedanken für mich behalten und heute – heute bist du noch nicht einmal an familiären Verhältnissen interessiert.

Ich bin ein vergessener Mensch. Ein Individuum, das trotz Bekannter und Freunde nie einen Weg in deren Gedächtnis findet, da die Person bei der Hierarchie der Wichtigkeit ganz hinten zaghaft aus der Reihe winkt. Stets wird meine Bedeutung von meiner Umgebung verdrängt, denn diese Bedeutung wurde mir pre- und postnatal nicht zugewiesen. Da wartet man, ich, stundenlang nebst Telefon und auf digitale Briefe. Aber

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