Posts in Tag

autor

Sarah Riedeberger und ich schreiben allsamstäglich zusammen. Wort um Wort. Kopf um Kopf. Das ist Text Nr.4. Go your own way In deinem Lipgloss glänzen die Straßenlichter. Du fährst in die Zukunft. Auf dem Weg, auf dem dich ein Umleitungsschild grüßt. Du hast die Hände fest am Lenker. Freihändig fahren ist was für Menschen, die dem Wind vertrauen. Die bunten Luftballons, die du am Gepäckträger befestigt hast, wackeln hin und her, sie lenken dich ab, du missachtest alle Hinweise von außen, denn du vertraust dir. „Forever young“, denkst du dir.

Aus dem Zusammenhang gerissen: Nach der Theorie meines Onkels schaut auch der Tod sich gerne alte Fotos an und holt diejenigen ab, die ihm am besten gefallen. Kaminer, Wladimir: Onkel Wanja kommt. Eine Reise durch die Nacht. Goldmann: München 2012, S.9.

Railwaytracks

Buchstaben

Würde ich lieber durch die helle Nacht wandern, als auf einem Bein durch die dunkle Sonne? Ja, nein, ich weiß es nicht. Aber das Einzelticket liegt schon auf dem Schreibtisch. The beginning is yet to come. 1-2-3 und es ist wieder soweit: Im Herbst. Im Herbst dann ruft die andere Stadt. Verspricht Wunder und aschefarbene Lidstriche, die man für die Nacht aufträgt. Hier ist es nur das blanke Auge, das auf die Netzhaut fällt. Hier könntest du es auch so haben, sagst du. Und ja, der Konjunktiv war schon immer

Sarah Riedeberger und ich haben es wieder getan. Die nächtlichen Geschichten Nr. 2, schwarz und aus dünnen Buchstaben zusammengeschrieben. Kein Filter, keine Retusche. Schlafen ist auch keine Option. Dosenbier ist aber eine. Oder Schnaps, intravenös. Mich volllaufen lassen, um am nächsten Morgen auszubluten, wie ein angefahrenes Tier, liegend am Straßenrand. Alle Emotionen, wie Innereien raus. Aber da ist niemand, der das dann auffängt oder sogar entsorgt. Da ist niemand, der mein über-die-Strenge-Schlagen nach Hause trägt. Das muss auch keiner, denn dazu bin ich selbst fähig. Immer noch irgendwie, mit der

Das mit dem Schreiben verhält sich so: Dafür, dass es meine einzige Freizeitgestaltung darstellt, mache ich es viel zu selten. Nicht nur, weil mir oft die Kraft dazu fehlt, sondern auch die Muße und die Muse. Dieses herzlose Wesen hat mich nämlich verlassen. Mein einziger Inhaltsgenerator. Muse, falls du das lesen solltest, meld‘ dich doch bei Zeiten mal wieder. Digital ist auch ok. Die anderen Menschen wollen das nämlich nicht analog. Zu Recht. Es könnte zu wild werden, glitzern. Ohne dich bin ich langweilig. Nicht ein bisschen, sondern zu langweilig.

Aus dem Zusammenhang gerissen: „Auch die Griechen, wußte Onno, die die Grundlage für die westliche Kultur gelegt hatten, besaßen kein Wort für >>Kultur<<. Die Wörter entstanden erst, wenn die Sache verschwunden war.“ Mulisch, Harry: Die Entdeckung des Himmels. Rowohlt: Reinbeck bei Hamburg 2010, S.50.

1 2 Page 1 of 2