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Kurzgeschichten online lesen

Du hast Angst vor Samstag. Du hast Angst vor Samstag, weil ihr euch dann wiederseht. Du mich, ich dich, wir uns. Vielleicht gibt es letzteres gar nicht mehr. Vielleicht gibt es danach nur noch dich dort und mich hier. Du hast das alte Vertrauen wiedergetroffen, an einem Springbrunnen, mit einem Dosenbier in der Hand. Und du fragst dich, ob du Herz und Hose nicht wieder öffnen solltest. Du fehlst mir nicht in irgendeiner Rolle, sondern als Mensch. Der Konjunktiv der letzten Jahre steht mal wieder vor deiner Tür. Da wart

Natürlich

Natürlich hast du mich dutzende Male gefragt ob es in Ordnung sei, wenn du jetzt gehst. Und natürlich habe ich genickt und dir versichert, dass es wirklich so ist. Denn wieso sollen wir uns beide langweilen, wenn wenigstens einer über die Straßen und Feldwege dieser Stadt ziehen kann. Natürlich ist es aber nicht in Ordnung, dass du wirklich gingst, dass du mir geglaubt hast und dass ich dich glauben machen wollte, der Verlauf dieses Abends wäre für mich in dieser Form »natürlich«. Jetzt sitze ich hier und höre aus dem

„Warum eigentlich nicht?“ fragst du und schaust mich mit deinen kleinen Augen von der anderen Seite des Tisches an. Warum eigentlich nicht mal die eigene Moral in die Schublade quetschen und den Schlüssel verlieren. Lieben und verliebt sein verwechseln und die eigenen Lebensstrukturen abbrechen. Die Uni kündigen und die Wohnung exmatrikulieren. Einfach so. Warum eigentlich nicht? Das Körpergewicht verdoppeln, weil das neue Leben nur im Bett stattfindet. Mit zwei nackten Körpern und Kohlenhydraten, die viel und horizontal eingenommen werden, während man Dokumentationen über diese Fische schaut: „Schattenmorellen“ hast du sie