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Überall kann man nachlesen, wie Menschen mit Kindern und Vollzeitjob ihren Tag bewältigen. Ich schaffe es gerade mal zwischen Freizeit und Alltag aus dem Bett zu rollen. Aber nur, wenn es ein guter Tag ist. Zwischen dem Brotjob, der Uni und diesem raren Geschreibe hier wabern die Stunden an mir vorbei, während ich den Tag auf dem Sofa aussitze. Mir mangelt es an Disziplin, Ehrgeiz und Struktur und doch inszeniere ich innerlich den Traumjob, der mich zur Gänze erfüllt. Auch wenn ich immer noch nicht weiss, was dieser inhaltlich behandelt.

Lass‘ uns nicht beichten, lass‘ uns einfach machen. Verschwinden an diesem beschissenen Küchentisch und das alle Jahre wieder. Du bist wie das rosafarbene Bonbon, das so widerlich nach Farbrik-Erdbeeren schmeckt. Das Resultat: Karies und Cellulite. Wenn man Glück hat ein paar Endorphine, aber vor allen Dingen: Scham. Nach der du auch noch fragst und mich verenden lässt. Der Briefkasten still, das Telefon leer. Ich habe Bauchschmerzen und kaue an Bleistiften. Jemand, den ich nicht kannte, sagte einmal: Wer rennt, der stolpert. Und nein, ich übe beides nicht aus. Weder hinter

Neujahrs-Lethargie

Foto Teetasse

Wenn das neue Jahr an einem Freitag beginnt, bleibt die Motivation im Kalender des letzten Jahres sitzen. 2015 verlässt mich müde und schickt mich unausgeschlafen in Richtung Neujahr. Es ist 5 vor 12 und Adele schreit „hello from the other side”. Kaum hat man die familiären Anlässe verdaut, liegt man am ersten Januar schon wieder auf dem elterlichen Sofa und kriegt Champagner kredenzt, dabei wollte ich doch nur einen Kaffee. Und alle schreien in ihrem Endorphin-Wahn, dass die nächsten 365 Tage nur für sie erschaffen worden sind. Gold & Glitzer

  Dezember: Ich zeige dir mein Tattoo, du erklärst mir, warum du immer noch zu Hause wohnst. Mit 28. Ich sage dir, dass ich dich nicht küssen könne und wenn doch, nur schlecht. Du greifst mir in den Nacken und entschuldigst dich dafür. Da weißt du noch gar nicht, dass ich den Griff genau so mag. Ich sähe aus wie ein Spießer, hast du gesagt und ich frage mich, wo du dich die ganzen Jahre versteckt hast. In meinen Gedanken wiegst du mich immer noch in deinem Schoß, in dem

Die Samstagnachtgeschichten. Immer sonntags. Immer gefertigt von Sarah Riedeberger und mir. Der Rucksack Solange deine Geburt nicht von einer Zeitungsannonce attestiert wurde, wurdest du auch nicht geboren. So wandelst du also ohne Alter, aber mit dem üblichen „Mitte-Ende-20-“ Stempel, anonym und geisterhaft durch die Großstädte und suchst Anschluss. Andere Geister, die dich verstehen und mit dir auf dem Sofa hocken wollen, während ihr eurem schlechten Musikgeschmack freien Lauf lasst. Wenn du irgendwo jemanden findest, der zu deiner Innenarchitektur passt, legst du all deine düsteren Gedanken genau da unter den flauschigen

Es ist Sonntag, Zeit für die Geschichte von letzter Nacht von Sarah Riedeberger und mir. Bis in die Knochen Deine Nummer steht in meinem Telefonbuch. Ich kenne deinen Namen, von vorne bis hinten, tausend Mal habe ich ihn gesagt. Ich kenne dich, deine Lenden, dein Gesicht. Mein Mobiltelefon liegt, eingekauert neben Werbeprospekten, auf dem Küchentisch. Ich könnte es nehmen, deine Nummer wählen, dir eine Nachricht schreiben, oder dir bloß von mir erzählen. Geschichten, Legenden und Viten flüstern dir zu, wie ich mit meinen Fingern durch deine Wind-befallenen Haare fahre. Sie fünffach

  Sarah Riedeberger und ich haben geschrieben. Erneut, samstäglich und zum fünften Mal: Le garcon Ein „Hallo“ verhallt aus dem anderen Zimmer. Wand an Wand. Das Ohr fest an die Vergangenheit gedrückt, versuche ich die letzten Laute wahrzunehmen. Das Rascheln der Chipstüten, Sonntagabend beim Tatort. Jeder hatte seine eigene, damit kein Streit um den letzten Krümel aufkommt. Das, was ich noch hören kann, sind keine Lebe-wohl-Melodien, sondern mich sagen: “Lass es dir gut gehen.” An dem Ort, an dem du jetzt stehst, gibt es mich nicht. Ich habe dich alleine

Daily Routine

Foto Mittelfinger

Da einem oben stehende Überschriften mehr Klickzahlen bescheren, folgt heute ein Bericht über den beschissensten Samstag seit langem. Durch Urlaub im übrigen gesegnet mit dem vielleicht auch letzten freien Samstag des Jahres. Also: Nachdem der sonst Türen-knallende Nachbar mich durch den Ausruf „Arschloch” weckte — denn die Wände sind dünn — ,schlug er tatsächlich mit eben genannter Zimmeröffnung. Vermutlich, um seinen Wortanfall zu unterstützen. Nicht nur war ich wach, nein,  er produzierte in seiner Erregung eine Traum-Zäsur,  unter der ich bis jetzt leide, da nicht weiterträumbar: Ich als Freundin von

Sarah Riedeberger und ich schreiben allsamstäglich zusammen. Wort um Wort. Kopf um Kopf. Das ist Text Nr.4. Go your own way In deinem Lipgloss glänzen die Straßenlichter. Du fährst in die Zukunft. Auf dem Weg, auf dem dich ein Umleitungsschild grüßt. Du hast die Hände fest am Lenker. Freihändig fahren ist was für Menschen, die dem Wind vertrauen. Die bunten Luftballons, die du am Gepäckträger befestigt hast, wackeln hin und her, sie lenken dich ab, du missachtest alle Hinweise von außen, denn du vertraust dir. „Forever young“, denkst du dir.

Von Sarah Riedeberger und mir. Einheit Einheit gleich Gesamtheit, ein Ganzes. Wir, wie ein Haus. Ein Dach und ein paar Stützbalken, ein euphorisch lächelndes Willkommens-Schild an der Tür. Zum Herzen des anderen. Verschwommen. Einige wilde Geschichten – ruhige Gedanken. Die aus den Ritzen im Beton wachsen. Dort zwischen Geschoss und Stockwerk. Du kennst den Unterschied und der besteht aus Holz. Knarzt, dehnt sich im Sommer aus. Auch das Astloch, das von den Würmern in Form von DNS-Strängen tanzend zerfressen worden ist. Wir dehnen uns mit dem Sommer und dem Holz

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